Butterfly Serenade – die Debüt-EP von FAIRYHEART ist da!

Vor zwei Jahren nicht einmal eine Idee und jetzt handfestes Debüt

Um FairyHeart zu verstehen müssen wir gemeinsam in das Jahr 2018 zurückreisen. In dessen September verstarb völlig unerwartet Alex, eine Freundin der Xiphea-Frontlady Sabine Meusel. Für Alex schrieb sie den Song “Fly With The Fairies“, davon überzeugt, Ihre Freundin sei nun mit ihrem goldenen Herzen in der Feenwelt angekommen.

Ursprünglich teilte Sabine dieses Lied nur mit ihren Facebook-Freunden und hatte vermutlich nicht mit dem überwältigenden Feedback eben dieser Freunde gerechnet. Diese wollten den Song teilen und in die große Welt hinaus schicken, wiederum ihre Freunde auf ein großartiges Farewell für einen großartigen Menschen hinweisen. Sabine stellte dann den Song öffentlich und noch heute dreht Fly With The Fairies seine Runden um die Welt und berichtet von Alex mit dem goldenen Herzen.

Dieses eben erwähnte Feedback veranlasste Sabine dann ernsthaft über ein Solo-Projekt abseits ihrer Metal-Combo nachzudenken. Eine Möglichkeit, ihrer anderen, eher sanften und ruhigeren Seite von ein musikalisches Zuhause zu geben.  Es entstanden dann Songs, die teilweise auf bekannte Märchen gründen, oder gar komplett aus der eigenen Feder stammen. Und so entstand die EP Butterfly Serenade, über die ich nun berichten möchte.

Es war der erste Song von einem noch nicht existierendem FairyHeart und ist auch der erste Song der EP: Fly With The Fairies.
Viel gibt es darüber gar nicht mehr zu schreiben, denn einiges nannte ich in den vorhergehenden Zeilen bereits. Und Ende September 2018 schrieb ich schon hier etwas über den Song.

fairyheart a touch of happinessEine große Überraschung erlebe ich bereits mit dem zweiten Titel I Won´t Give In. Ein Lied über die Unsicherheit, die sicher jeder von uns kennt. Ist man “genug” für die Anderen, ist man “gut”, warum fühlt es sich dennoch nicht gut an? Es legt sich wie eine Last auf unsere Seelen und sich davon zu befreien, ist ohne Zuspruch unendlich schwer. Tell me father, what is wrong with me ? schallt es in dunkler melancholischer Klangkulisse in mein Ohr.
Besonders imposant finde ich den sehr überzeugenden mehrstimmigen Gesang und das, für das eher klassisch angehauchte FairyHeart unerwartete, mit Rockgitarre und Schlagzeug aufbrausende letzte Songdrittel. Der zweite Titel der EP ist zugleich mein Anspieltipp für Euch.

Was ist Dein sehnlichster Wunsch? Genau davon handelt nämlich My Dearest Dream, den Sabine zusammen mit einer grandios klassisch performenden Sofia Schmidt (Ethereal Kingdoms) singt.

Voller Lebensfreude kommt Mirror Mirror daher. Da ich den Hintergrund des Songs nicht kenne, kann ich mich nur am Text orientieren. Und so interpretiere ich hier eine kleine alberne Pummelfee mit Faible für Schokokuchen und Kirschen heraus, die aber doch ganz gerne die tollen Gewänder für die schlanken und anmutenden Feenschwestern auftragen würde.
Dann aber erkennt Sie, dass ihr dies eben nicht vergönnt sein wird und macht einfach das Beste daraus. Nach einem Run durch den Regen über Erdbeerfelder klatschnass auf dem Boden liegend ist die kleine Fee nicht mehr in der Lage, ihre nassen Flügel aufzuspannen, dabei bricht doch jetzt die Dunkelheit herein und ihr wird kalt. Das musikalische Ambiente schlägt von fröhlich auf bedrohlich düster um, hoffend, es sei nur vorübergehend. Dann kommt ein Windhauch und öffnet die Flügel der Fee, die doch einfach nur so wie die anderen sein möchte, es jedoch nie sein wird und zum Glück auch nicht werden muss. Denn sie ist gut so, wie sie ist.

Sie hat alles für ihn aufgegeben. Ihre Heimat, den Ozean, die Flossen einer Meerjungfrau und nicht zuletzt auch ihre Stimme. Einst rettete sie den Prinzen und verliebte sich in ihn. Nur wird er nie erfahren, dass es die kleine Meerjungfrau war, die ihm das Leben bewahrte. Eine Prinzessin fand ihn am Strand und war fortan für den Prinzen diejenige, die ihn errettete. Der kleinen Meerjungfrau bleibt nichts anderes übrig, als sich wieder dem Meer hinzugeben und zu Schaum zu zerfallen, denn am Tage nach der Hochzeit des Prinzen droht ihr der Tod. Wer wird sich also an die kleine Meerjungfrau erinnern? Who Will Remember Me ?

Mit Still kommt ein weiterer melancholischer Schlag in die Magengrube. Es ist die Machtlosigkeit sich nicht gegen unrechte Dinge wehren zu können. Lügen werden erzählt und es gibt keine Möglichkeit diese zu widerlegen. Es bleibt nur abzuwarten und an der Hoffnung festzuhalten, dass die Dinge sich einst ändern werden. Wird es jemals geschehen?

In der Moonlight Tale erzählt eine Fee, wie sie sich ihrer Tränen schämt und sich doch nicht vor dem Mond verstecken möchte, ist der Mond doch Ihr Freund und Ruhepol. Sie berichtet davon, wie sie jede unserer Tränen sammelt um uns daraus ein Lächeln zu zaubern. Doch trägt nun die Fee diese Tränen in sich. Wir sind gehalten dieses Lächeln anzunehmen, hat doch die Fee dafür unsere Tränen auf sich genommen.
Nun bracht auch eine Fee ein wenig Ruhe, damit sie dann morgen wieder ihren Feenstaub verstreuen und erneut so tun kann, als wäre nichts gewesen. Auch eine Fee muss am Ende funktionieren. Bis dahin wird der Mond über sie wachen.

Zeit für ein Fazit. Alle Lieder der Butterfly Serenade sind wirklich toll arrangiert. Es mangelt nicht an eingängigen Melodien, Orchester und doch leben manche Songs von instrumentaler Sparsamkeit. FairyHeart ist es gelungen Lieder zu komponieren, die einen nicht nur durch den Text mitreißen und in eine Märchenwelt entführen, sondern lässt uns dies auch fühlen. Das Leben ist nicht immer lustig, nicht immer schön, manchmal böse und grausam. Um so mehr freuen wir uns über die schönen, hellen und klaren Momente, die wir vielleicht gar nicht immer so richtig zu schätzen wissen.

Mit der Butterfly Serenade kommt ein großartig arrangiertes, perfekt abgestimmtes und absolut hörenswertes Werk für unsere Ohren. Ein Frevel, es nicht zu hören.

Auch wenn es eigentlich in keine Review gehört, nehme ich mir jetzt noch das Recht heraus, ein paar persönliche Worte an die Musikerin zu richten. Meine Seite, meine Regeln 🙂

Liebe Sabine,
einst schriebst Du zu Fly With The Fairies, Du würdest fühlen, dass Alex jetzt bei den Feen ist. Du selbst glaubst fest an die Existenz der Feen und niemand konnte es bisher widerlegen. Und wenn ich als Außenstehender auf die Entwicklung von FairyHeart zurückblicke, bin auch ich von ihrer Existenz überzeugt. Denn so bitter und tragisch der Verlust von Alex für all die sie liebenden Menschen unzweifelhaft war und sicher auch heute noch ist, so führte er in ein großartiges neues Musikprojekt, das es ohne diesen Verlust vielleicht nie gegeben hätte. Und ja…. vielleicht sitzt da wirklich irgendwo eine kleine Fee mit goldenem Herzen, mit Zeichenblock und Bleistift und zeichnet Ideen für FairyHeart. Ich wünsche es uns 🙂

https://www.fairyheart.de

https://www.facebook.com/FairyHeartMusic

Butterfly Serenade wurde in der Klangkammer  aufgenommen

 

Für Dirk ist Musik nur dann gut, wenn sie etwas mit ihm macht; er muss sie fühlen können. Er scheut sich nicht davor, diese Gefühle in Rezensionen einfließen zu lassen. Seine langjährige Tätigkeit als "Festplattenschubse" in diversen Webradios bildet die nötige Grundlage dafür.