“Projekt Ich” im Interview

Über sein Debüt-Album By Train Through Countries haben wir ja bereits ausführlich geschrieben. Mittlerweile hat das Album auch schon ordentlich auf sich aufmerksam gemacht. Damit entstanden natürlich auch Fragen zum Projekt und dem Musiker dahinter. Fragen, die mir Mastermind Ulf Müller in einem Interview beantwortet hat.

Hallo Ulf herzlich willkommen beim Musiktelegrafen.

Hallo Dirk. Danke für die Einladung zum Interview. Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr.

Danke schön, das wünsche ich Dir auch. Lass uns doch ein wenig über Dein Projekt Ich und auf Dein Debütalbum By Train Through Countries sprechen. Was ist das Projekt Ich und was ist das Besondere an Projekt Ich.

Gerne. Gerade höre ich im Hintergrund beim Beantworten Deiner Fragen das Album. Mit etwas Abstand betrachtet, hat das nach wie vor eine hohe Bedeutung für mich.

Mit Projekt Ich verwirklichte ich mich die längste Zeit selbst. Das änderte sich schlagartig ab der Erarbeitung des Konzepts für das vorliegende Album „BTTC“. Aus Projekt Ich wurde Projekt Wir!

Das Besondere?

Es war mein persönliches Bestreben, Musik unabhängig von einem Bandkonstrukt, ganz ohne Kompromisse, mit ausschließlich elektronischem Equipment zu produzieren. Das änderte sich auch bei der Produktion und Veröffentlichung von „BTTC“ kaum, da ich letztendlich zu jedem Zeitpunkt die endgültigen Entscheidungen über den Inhalt und die Vermarktung des Albums treffen konnte.

Projekt Ich Joerg Tochtenhagen
(c) Joerg Tochtenhagen

Für Dein neues Album hast Du Dir acht Jahre Zeit genommen. Vielmehr ist Dein Album ja eine musikalische Reise durch die schon recht lange Zeit von Projekt Ich. Warum hat das Debütalbum so lange auf sich warten lassen?

Projekt Ich gibt es mittlerweile eine geraume Zeit. Die Gründung geht auf das Frühjahr 2004 zurück. Zum damaligen Zeitpunkt war ich musikalisch recht eng mit Dark Wave-lastigen, oft deutschsprachigen Klängen von Bands wie Das Ich, Goethes Erben, Lacrimosa und vielen anderen verbunden. Dadurch wurden meine ersten musikalischen Gehversuche, die ich mit Projekt Ich unternahm, aus dieser Richtung stark beeinflusst. Einige Jahre später wurde das Klangkonstrukt von Projekt Ich immer experimenteller und ich erarbeitete einige EPs, die dem Motto dienten „Kling – Klang ganz ohne Grenzen, oder auch die Suche nach dem 13. Ton.“. Mit der EP „Wolkenträne“ aus dem Frühjahr 2016 legte ich den musikalischen Grundstein für das jetzt vorliegende Debütalbum „BTTC“. Stilistisch handelt es sich um Alternative Synthpop mit Sänger*innen aus der ganzen Welt.

Ich bin ein Kind der 80er, was bedeutet, dass die 80er das Ende meiner Kindheit und meiner unbeschwerten Jugend stark beeinflussten. Ich habe erst vor einigen Jahren damit begonnen, mich musikalisch dazu zu bekennen, dass ich eigentlich schon immer auf Pop- und Elektromusik der 80er stand und mein Herz nach wie vor dafür schlägt. In meiner Jugend konsumierte und lebte ich ohne Ende Metal- und Punkmusik, um in meinem engen Freundeskreis nicht als POSER abgestempelt zu werden. Bescheuert? War aber so … 😊

Spätestens seit der Veröffentlichung von „BTTC“ ist es nun auch für mich klar, diesen Sound selbst zu kreieren und einer Zeit zu huldigen, die ich musikalisch so liebe.

Vielleicht hat es auch deshalb solange gedauert, bis das erste physische Projekt Ich Studioalbum das Licht der Welt erblickt hat. Natürlich muss man auch so ehrlich mit sich selbst sein; ob es da draußen überhaupt Menschen gibt, denen die Musik, die ich mit Projekt Ich produziere, auch gefällt, und falls ja, ob diese wiederum Interesse daran haben, eine CD von Projekt Ich zu kaufen?! …

ProjektIch_ByTrainThroughCountries_FrontCoverSchaut man sich die Tracklist Deines Albums an fällt auf, dass Du viele Gastmusiker in Deinen Songs vertreten hast. Wie kam es zu dieser wahnsinnig vielfältigen Zusammenarbeit mit den Musikern?

Die Geschichte, die dahintersteckt, ist recht schnell erzählt. Ich verfüge leider über keine gute Gesangsstimme, zumindest nicht für die Art von Musik, die auf dem Album „BTTC“ zu hören ist. Was ich kann, ist rotzigen Punk stimmlich zu performen, nicht mehr – aber auch nicht weniger! 😊 So reifte sehr schnell, die Idee in mir, Sänger*innen aus der ganzen Welt für dreizehn der insgesamt fünfzehn Albumtitel für den wichtigen Job am Mikrofon zu rekrutieren. Da ich auch schon im Vorfeld mit Sänger*innen zusammengearbeitet und bis dato immer positive Erfahrungen gesammelt hatte, setzte ich auf dem Album „BTTC“ diese Idee konsequent in die Tat um. So entstand nicht nur ein musikalisch facettenreiches Album, sondern auch ein Album, auf dem nahezu fast jeder Song von einer individuellen Stimmenfarbe geprägt wurde. Die meisten Sänger*innen lernte ich auf unterschiedliche Weise in den Weiten der Netzwelt kennen, andere kannte ich persönlich. So nahm das Ganze seinen Lauf und wurde immer dichter, größer, abwechslungsreicher und zu jeder Zeit höchst kreativ. Ich bin verdammt stolz und glücklich über das Erreichte, aber vor allem dankbar für die Erfahrung mit all diesen Menschen, diese Zeit erlebt und etwas für mich ganz Besonderes kreiert zu haben. Mein Dank geht hiermit an alle Beteiligten und all diejenigen, die sich für das Album interessieren, es kaufen, streamen oder Projekt Ich in irgendeiner anderen Art und Weise unterstützen. Wie zum Beispiel Du, Dirk. Du gibst mir die Möglichkeit, über Projekt Ich und „BTTC“ hier beim Musiktelegrafen ausführlich zu sprechen oder präsentierst Hörern Songs von Projekt Ich in Deinen Radiosendungen.

Jetzt wo Du ja ein Debütalbum veröffentlicht hast: wie lange wird es dauern bis ein neues Album kommt? Hast Du schon neue Werke in Arbeit oder Ideen ?

Nach dem Album ist vor dem Album! 😊

Tatsächlich befinde ich mich schon in der Produktionsphase zum zweiten Studioalbum. Die erste Singleauskoppelung THE STRANGER featuring FALTENHALL wird bereits am 6. März, wie gewohnt zusammen mit dem Originaltitel, die Instrumentalversion des Originals und einem sehr abwechslungsreichen Remix-Paket mit internationaler Beteiligung via ECHOZONE weltweit digital erscheinen. Gesungen wird der Titel von Ralf Lorenz, eine Zusammenarbeit, über die ich mich sehr freue. Darüber hinaus liegen von mir ausgewählten Sänger*innen weitere Instrumental Demoversionen von Projekt Ich vor. Diese Skizzen warten jetzt darauf, besungen zu werden. 😊

Wenn alles gut läuft, wird das neue Studioalbum im späten Frühjahr oder im Herbst/Winter 2021 veröffentlicht.

Projekt Ich ist ja derzeit ein reines Studioprojekt. Wie schaut es denn mit Live-Auftritten aus?

Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Der Gedanke daran ist auf jeden Fall sehr reizvoll. Immer wieder erhalte ich Anfragen von Bands, dass sie Interesse daran hätten, mit mir die Bühne zu teilen. Das freut mich natürlich. Jedoch ist live aktuell und zukünftig vorerst nichts geplant.

Du bist nicht nur beruflich sehr eng in der Musikwelt vernetzt, hast viele weitreichende Kontakte und kannst auf eine immense Erfahrung zurückblicken. Wie wichtig oder wie wertvoll sind all diese Erfahrungen und Kontakte im Leben von Projekt Ich ?

Ich bin seit 2010 beruflich für BOB-MEDIA, überwiegend für das Label ECHOZONE tätig. Es wäre schlichtweg eine Lüge zu behaupten, dass diese beruflichen Kontakte und die Erfahrungen, die ich in den fast zehn Jahren im Musikgeschäft mit diesen Kontakten sowie Bands und Künstlern machen durfte, in Bezug auf Projekt Ich nicht wertvoll und wichtig waren. Trotz alledem heißt das nicht zwangsläufig, dass eine Band oder ein Projekt, in das man involviert ist, automatisch durch diesen Umstand mit Erfolg gesegnet ist. Entscheidend für mich ist authentisch zu sein; schon allein dieses für mich wichtige Merkmal ist Erfolg. Ebenso ist der umfangreiche Entstehungsprozess vom Projekt Ich Debütalbum „BTTC“ für mich der absolute Erfolg! In der Summe waren mit allen Sänger*innen, Remixern oder Leuten, die sich um Grafiken, Mastering oder Textbearbeitungen und Übersetzungen kümmerten, fast hundert Menschen weltweit direkt oder indirekt kreativ tätig, um „BTTC“ mit dem dazugehörigen, umfangreichen sechszehn Single-starken Backkatalog zudem zu machen, was es ist.

Wie viel Ulf Müller steckt im Projekt Ich? Wie autobiografisch sind Deine Lieder?

All das Genannte aus der Frage davor, hat mit wirtschaftlichem Erfolg nichts zu tun, aber deswegen mache ich auch nicht Musik. Am meisten tue ich es für mich selbst. Ich bin musikalisch zu hundert Prozent authentisch und autobiografisch, textlich hingegen bin ich nur zu einem gewissen Teil autobiografisch. Musik ist wie eine Sprache, ein Platz, an dem man gerne ist. Musik ist wie ein Mensch, mit den man alles teilen kann, sein Inneres nach außen kehren darf, ohne sich zu verstellen, seine Stärken und Schwächen preisgeben kann, aber nur dann, wenn man auch dazu bereit ist. Musik ist eine Form von Freiheit, die ich nie mehr vermissen will!

Nahezu gleich ist es mit den Liedtexten. Gerne beschreibe oder umschreibe ich Dinge, die mich beschäftigen, oder schildere in Kurzform Situationen aus meinem Leben, die mich prägten, Werte, für die ich stehe, und und und … Ich könnte an dieser Stelle endlos fortfahren.

Gibt es ein Lied auf das Du ganz besonders stolz bist? Und gibt es einen Song, der Dich besonders gefordert hat?

Alle Songs des Albums berühren mich emotional sehr, und ich bin auch auf jeden einzelnen Song verdammt stolz. Klar, ich bin ja auch zu hundert Prozent befangen. 😊

Stolz bin ich speziell auf den Titel Thanks featuring !distain. Dieser soll eine oft im Alltag unterschätzte Botschaft übermitteln. Ich finde es total wichtig, dass wir Menschen uns bei uns sehr nahe stehenden Menschen, aber auch Menschen im Umfeld, wie zum Beispiel den Kollegen oder auch einfach mal beim Müllmann oder dem Postboten, viel öfter dafür bedanken, dass sie da sind und uns mit Dingen versorgen, auch wenn diese uns noch so klein erscheinen, uns das Leben erleichtern oder in schweren Stunden beistehen. Menschlichkeit ist ein hohes Gut, und die Gesellschaften weltweit verrohen leider immer mehr. Ein ernstgemeintes DANKE muss nicht immer groß sein, aber kann Großes bewirken!

Der Song, der mich gefordert hat, war und ist der Titel „Das Meer“. Dieser Song entstand in nur wenigen Stunden Produktionszeit samt Text innerhalb eines Tages in meinen Ferien an der Ostsee im Jahr 2016. Ich lag am Strand und sonnte mich, war vorher ausgiebig zum Essen. Mit den Füssen streifte ich am Ufer durch das kalte Wasser, den Blick gerichtet auf das weite Meer, gierige Möwen kreisten am Himmel, die Menschen waren unbeschwert, schienen zufrieden und glücklich zu sein, und wie so oft drangen durch Push Up Nachrichten via Smartphone Meldungen von ertrunkenen und gestrandeten Flüchtlingen im Mittelmeer in diese Idylle. Kinder, Frauen und Männer verloren ihr Leben, um Anteil an dem zu haben, was wir Tag für Tag mit einer unfassbaren Selbstverständlichkeit genießen. Ich stellte zu diesem Zeitpunkt nicht zum ersten Mal fest, wie unglaublich gut es uns Menschen in den Industrieländern in allen Belangen, speziell in Deutschland, geht, aber der Kontrast zwischen Leid und Überfluss war für mich an diesem Tag so hoch wie nie zuvor. Ich will hier nicht den Zeigfinger erheben und anderen erzählen, wie und was sie tun sollen oder nicht. Ich habe an diesem Tag erkannt, ein König unter vielen Königen zu sein, und versuche seitdem, noch offener und aufmerksamer durchs Leben zu gehen als zuvor.

Aktuell hast Du wieder einen Call for Remix, diesmal für „The Stranger“ in die große weite Welt geschickt. Du möchtest, dass andere Musiker ihre Beiträge zu einem Deiner Songs bringen. Wie viel Spaß macht Dir das – oder anders gefragt – wie wichtig ist Dir, von anderen Musikern Deine Stücke neu interpretiert zu bekommen?

Für mich sind die vielen Remix-Beiträge aus aller Welt vor allem eins: ein Kreativschatz für meine Ohren, den ich verschlinge, durchforste und atme. Ich profitiere nahezu von jedem Remix meiner Originalsongs, da ich einen bunten Strauß an Klangversionen erhalte, durch die ich lerne, auch über den Tellerrand des Originals hinauszuhören. Dieser Prozess stellt auch immer wieder die konsequente musikalische Weiterentwicklung bei Projekt Ich dar und wird auch beim zweiten Studioalbum flächendeckend angewandt.

Jetzt hast Du acht Jahre bis zur Veröffentlichung Deines Debütalbums verstreichen lassen. Wenn man jetzt diese Zeit noch mal spiegelt: wo denkst Du, findet Projekt Ich sich in acht Jahren wieder?

Ich plane, alle zwei Jahre ein Studioalbum mit diversen Singles zu veröffentlichen und natürlich die Welt zu retten. Also, es gibt eine ganze Menge zu tun! 😊

Gibt es Musiker mit denen Du bisher noch nicht zusammengearbeitet hast, mit denen Du es aber unbedingt gerne mal machen möchtest?

Ja klar, da gibt es einige. Ich würde mich zum Beispiel sehr über eine Zusammenarbeit mit dem Sänger Torsten Verlinden von Arctic Sunrise freuen. Ich finde seine Stimme großartig und kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Stimme mit einem Klangbild von Projekt Ich eine sehr emotionale Einheit bilden kann. Des Weiteren wäre es mir ein großes Vergnügen, Markus Wild von der Gothic Rock Band The Cascades für einen passenden Song zu verpflichten. Die charismatischen Tiefen in seiner Stimme sind einfach unbeschreiblich intensiv. Natürlich sind das nur zwei von unendlich vielen interessanten Menschen, mit denen ich mir vorstellen kann, in Zukunft zusammen zu arbeiten.

Bisher bist Du ja doch jetzt in sehr elektronischen Gefilden musikalisch unterwegs. Reizen Dich auch mal Reisen in andere musikalische Ecken?

Musikalisch bin ich ein sehr offener Mensch. Mir gefällt sehr vieles, gerade auch fernab des weitgefächerten Elektrogenres. Ich höre sehr gerne Punkmusik, überwiegend mit dem Fokus gerichtet auf „Die Anderen Bands“, ein Genre, das sich mit den Extremen der alternativen Musik aus der ehemaligen DDR befasst. Vertreter sind da zum Beispiel Bands wie Sandow, Feeling B, Die Art, Die Skeptiker, AG-Geige, Rosengarten & Co. Weiterhin mag ich Bands aus den Genres Ska, Grunge und ganz viele Bands und Projekte aus den Genres Experimental, Soundscapes, Gothic Rock, usw. 😊

Höchsten Respekt habe ich vor Bands und ihren Klangwerken wie Einstürzende Neubauten, Kraftwerk und Sandow!

An dieser Stelle möchte ich nicht ausschließen das dieser musikalische Background in Zukunft stärker in die eigene Musik einfließt. Projekt Ich ist ständig in Bewegung.

Durch Deine Arbeit in einem Musiklabel ist diese Frage sicherlich ein zweischneidiges Schwert für Dich, aber gibt es Gefahren oder Unwägbarkeiten im Musikgeschäft, wo Du als Musiker sagen würdest, das hätte ich gerne anders oder schön wäre es, wenn es dies oder jenes gäbe?  

Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann, da ist die Branche auch völlig zweitrangig. Dort, wo zwei oder mehrere Parteien zusammenarbeiten, um ein Produkt zu kreieren, dieses zu vervielfältigen, um es dann letztendlich durch den Vertrieb in den Handel zu bringen, damit es am Ende erfolgreich beim Verbraucher / Konsument landet, ist es ein langer Weg. Diesen Weg kann man je nach Belieben mit verschiedenen Maßnahmen, wie zum Beispiel Werbung, für das jeweilige Produkt anreichern. Es gibt hier selbstverständlich etliche unterschiedliche Wege, die man gehen kann. Nun kommt es auch mal vor, dass es in dieser beschriebenen Kette, trotz aller Optimierungen, zu Fehlern im Ablauf oder zu Unstimmigkeiten unter den Vertragspartnern kommen kann. Für mich ist es dann aber immer von hoher Bedeutung, dass man fair miteinander umgeht und versucht, so gut es geht mit seinem Gegenüber nach Möglichkeiten zu suchen, das Beste aus der Situation zu machen.

Stichworte wie Respekt, Fairness, Augenhöhe, Toleranz, Transparenz, Miteinander, Ehrlichkeit sind für mich gerade mit Blick auf das Musikgeschäft, in dem es hauptsächlich um emotionale Produkte und Geschäftsbeziehungen geht, ein Muss! Gleiches erwarte ich dann aber auch von meinem Gegenüber.

Stellen wir uns doch einfach mal vor, ich wäre Musiker. Jetzt habe jetzt für mich beschlossen, ich mache jetzt Musik und bin brandneu in der Musik, völlig unerfahren wie Bambi auf der Wiese und komme jetzt zu Dir und frage Dich. „Herr Müller, was sollte ich vielleicht machen, was für Fehler sollte ich bloß nicht machen, oder vor welchen Fallstricken würdest Du mich warnen?

Man sollte sich im Klaren darüber sein, was man mit seiner Musik erreichen will. Es gibt Menschen, die spielen Gitarre und singen Songs von Bob Dylan, Nirvana & Co. Oder eigene Lieder, nur für sich selbst oder am Lagerfeuer für eine Handvoll Leute. Diese denken aber nicht einmal im Entferntesten daran, diesen Bereich des Musizierens zu verlassen, und haben die größte Freude an ihrem Hobby. Andere, die genau das Gleiche machen, wollen einen oder mehrere Schritte weitergehen. Sie stellen kleine Videos von diesen Events ins Internet, nehmen im kleinen Home Studio ihre Songs auf und stellen diese dann auf Soundcloud & Co. für andere zum Hören und Downloaden zur Verfügung. Beim Dorf oder Stadtfest bekommt man dann die Möglichkeit, seine Songs, die vorerst nur im Wohnzimmer, am Lagerfeuer und im Internet stattfanden, vor einem größeren Publikum live aufzuführen. Musiker XY fühlt sich so wohl und genießt den Applaus des anwesenden Publikums, dass der Wunsch in ihm reift, eine CD zu produzieren und diese über ein Label zu veröffentlichen. Genau dieser fragt dann bei Echozone an und will nun mehr …

Mein Ratschlag:

Lass dich nicht verbiegen. Sei und bleib authentisch. Setze dir viele kleine, mittelfristige und große, langfristige Ziele damit du immer wieder Erfolge für dich verbuchen kannst. Reflektiere dich und gib dir Zeit, dich weiter zu entwickeln. Erwarte nicht das du mit deiner Musik Geld verdienst oder auch nur Kosten refinanzieren kannst, sondern freue dich über jeden der Spaß an deiner Musik hat.

Brauchst du zum jetzigen Zeitpunkt schon ein Label als Partner oder kannst du vieles aus eigener Kraft so unabhängig wie möglich auf den Weg bringen? Sei dir im klarem darüber, dass Leistungen des Labels für dich Kosten erzeugen.

Bevor du einen Vertrag unterzeichnest, lies ihn dir genau durch, notiere deine Fragen zu Unklarheiten, halte Rücksprache mit dem potenziellen Vertragspartner, um diese Unklarheiten zu bereinigen.

Und diese Frage darf natürlich nicht fehlen: Bist Du denn schon einmal im Musikgeschäft auf die Nase gefallen?

Ja!

Lieber Ulf, ich danke Dir für dieses sehr aufschlussreiche Interview und für Deine ehrlichen Antworten. Ich wünsche Dir und Deinem Projekt Ich natürlich alles erdenklich Gute und ich bin gespannt, was bei Deinem aktuellen Call for Remix herum kommt. Wir werden natürlich hier im Musiktelegrafen ausführlich darüber berichten.

Es war mir ein großes Vergnügen, Deine interessanten Fragen zu beantworten, und ich hoffe, die Leser des Musiktelegrafen sind jetzt etwas informierter über Projekt Ich. Ich danke Dir für Deine Wünsche für die erste Singleauskoppelung THE STRANGER featuring FALTENHALL vom geplanten zweiten Projekt Ich Studioalbum. Die ersten Remixe sind bereits eingetroffen und hören sich sehr vielversprechend an.

Zu guter Letzt möchte ich möchte mich bei Dir, Dirk, und dem “Musiktelegrafen” für die Möglichkeit bedanken, über das Projekt Ich Debütalbum BY TRAIN THROUGH COUNTRIES zu sprechen. Ich verfolge schon seit einiger Zeit Deine Arbeit und möchte Dir für Deinen Einsatz hinsichtlich Medienveröffentlichungen aus diversen Bereichen danken.

Musik verbindet und kann Grenzen in Frieden dämmen oder gar aufheben.

 

Kontakt: nosw@projektich-musik.de

Homepage: http://projektich-musik.de/

Facebook (Band): https://www.facebook.com/ProjektIchMusik/

Facebook (Album): https://www.facebook.com/ByTrainThroughCountries/

Bildmaterial: Joerg Tochtenhagen