Kampf um die Absintherie Sixtina in Leipzig

Es liest sich nicht nur wie ein schlechter Witz, sondern vielmehr wie eine willkommen genutzte Gelegenheit des Vermieters, eine atraktive Immobilie gewinnbringend(er) zu nutzen. Am 10.12.2019 kündigte der Anwalt der Vermieter der Absintherie Sixtina fristlos wegen angeblicher mehrfacher Verstöße gegen die mietvertraglichen Pflichten. Die Übergabe der Räume sollte dann bereits am 18. Dezember stattfinden. Ein Schlag in die Magengrube für das Betreiber-Ehepaar und die eingefleischten Anhänger der liebevoll “Six” genannten Szene-Location.

Schweigeprotest Sixtina_Tom_Klefler
(c) Tom Klefler

Was seit einigen Jahren in den großen Metropolen der Republik leider schon zum Standard gehört, schwappt nun immer fühlbarer auf die kleineren Städte über. Die Gentrifizierung schreitet voran und verschärft das ohnehin schon wild um sich schlagende Club-Sterben um ein Vielfaches. So jetzt auch in Leipzig, könnte man mutmaßen.

Für den 18.12., dem Tag des ultimativen Aus der Six, wurde zu einem Schweige-Protest vor der Absintherie aufgerufen, dem sich erstaunlich viele Anhänger anschlossen. Wie auch immer es den Anwälten des Szenetreffs gelungen ist: die Sixtina ist noch da. Ganz sicher ist das letzte Wort hier noch nicht gesprochen und man darf gespannt sein, wo und was für eine Entscheidung am Ende fallen wird. Gewiss ist allerdings, dass Leipzig ohne die Six eine tolle etablierte Bühne für die dunkle Szene und das Wave-Gothic-Treffen eine führende Location verlieren würde, die nur schwer authentisch zu ersetzen sein dürfte.

Prominente Unterstützung kommt bereits u.a. von Dr. Mark Benecke

Aber es bedarf weitere Unterstützung, für die eine Petition initiiert wurde. Bitte beteiligt Euch daran und helft mit, die Sixtina zu erhalten. Der Musiktelegraf ist selbstverständliuch mit dabei und wird Euch auf dem Laufenden halten!

Quellen:

Titelbild: Facebook-Page Absintherie-Sixtina
Bild im Beitrag: Tom Klefler, Sinnlicht-Kollektiv