Anti-Weihnachtssong von den Retrojunkies feat. Tom Delay

“Ich höre keine Glocken mehr” rechnet mit dem heutigen Weihnachtsfest ab

Die Retrojunkies sind ja bereits mit ihrem Debüt textlich aufgefallen, denkt man nur an das Lied “Dein Schmerz macht mich frei!” zurück. Jetzt räumen der 8Bitjunkie, Leni und Jenny zusammen mit Tom Delay von SchlagerMetall textlich unverblümt mit dem vom Urspünglichen völlig entwurzelten Weihnachtsfest auf. Damit rennen die vier bei mir ja offene Buden ein.

“… es zählt doch nur noch der Begehr. Nach Drogen, Geld, Analverkehr……”

Dieser Textauszug macht mehr als deutlich, dass “Ich höre keine Glocken mehr” nicht gerade eine Lobeshymne auf uns selber ist. Denn wir sind es doch, die das Fest der Liebe zu einem ausufernden Konsumexzess werden ließen, uns aber im Gegenzug doch genau darüber beschweren. Und doch schwärmen wir alljährlich in die Konsumtempel aus, wie die Scheißhausfliegen. Man muss ja mitschwimmen, das machen ja heute alle so.

Und genau gegen diese Mentalität stellt sich das Nikolaus-Geschenk der Retrojunkies. Wobei die Entstehung des Liedes sich völlig anders darstellt, als man es eigentlich erwarten würde. Der 8Bitjunkie und Tom Delay lernten sich bei einem Workschop kennen, in dem sie die Aufgabe bekamen, binnen zwei Stunden einen Song zu entwickeln. Sie stellten sich dieser Aufgabe und heraus kam dieser Anti-Weihnachtssong, noch unter dem Arbeitstitel “Weihnachten am Arsch“. Da beiden der Song gut gefiel, traf man sich erneut und nahm dann das Video zum Lied auf.

Wir haben natürlich keine Mühen gescheut und den 8Bitjunkie um eine Stellungnahme zum Song gebeten. Hier seine Antwort:

In dem Song geht es um die enttäuschten Seelen von erwachsenen Menschen, die feststellen, dass die unbeschwerte kindliche Weihnachtsfreude, die man damals empfunden hat, wo man noch ein Geschenk bekommen hat, was einen für das Leben geprägt hat, heute ganz anders ist. Dass es heute nur noch um Kommerz geht, nur noch darauf hinläuft, dass man ganz viele Geschenke kauft, weil man sich sonst als nicht wertvoll definiert.

Und auch, dass die heutige Welt nur noch auf Geld und Konsum und solche Sachen ausgerichtet ist und die beiden Protagonisten heute halt sagen: Hey, heute ist das alles ganz anders. Früher war das schön, früher hat man an den Weihnachtsmann halt noch geglaubt und hat sich über sein eigenes Geschenk gefreut. Heute müssen es zwanzig Geschenke sein, damit jemand zufrieden ist. Oder man muss sich halt anders beschenken, zum Beispiel mit Drogen. Das ganze Gefühl ist jetzt halt anders. Ich sage immer: es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Und dieses Motto muss man immer wieder versuchen, in die Erwachsenenwelt herüber zu retten.

Kleiner Fun-Fact am Rande: wer mich kennt, weiß, dass ich “Last Christmas” hasse wie die Pest. Ich werde da regelrecht aggressiv, wenn ich das Lied höre. Und deswegen gibt es auch diese Zeile “..und Last Christmas nervt mich sehr…“. Es war für mich sehr befreiend, das mal in die Welt herausschreien zu dürfen und konnte dadurch ein kleines Stückchen meinen Frieden mit “Last Christmas” machen können. Vielleicht hilft es ja auch jemand anderem als Therapie  *lacht

Und hier könnt Ihr jetzt den Song und das dazugehörige Video kennenlernen:

 

 

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