Reingehört: Album “Host” von Janosch Moldau

Mit “Host” kommt das siebte Album von Janosch Moldau

Die Band

Der Mittvierziger aus Süddeutschland ist lange schon kein Geheimtipp mehr. Bereits einige Jahre für diverse europäische Tonstudios als Sound-Designer tätig, begann Janosch Moldau 2004 mit den Arbeiten für eigene Musik. Bereits 2005 debüttierte er mit dem Album “Redeemer“, von dem zwei Songs sich gleich für mehrere Wochen in den German Electronic Webcharts festsetzten.

Auch an Bühnenerfahrung mangelt es ihm wahrlich nicht. Janosch Moldau teilte durchaus beachtlichte Locations in ganz Europa mit Szene-Größen wie De/Vision, Project Pitchfork, Nitzer Ebb, Die Krupps, Mesh, Solar Fake, Diorama und einigen mehr.

In den ersten Jahren produzierte der Charismat in einem ehrfürchtigen Tempo. Für das jetzt anstehende Album “Host” hat sich Janosch Moldau diesmal deutlich mehr Zeit gelassen.

Das Album

Wie geht man an die Rezension eines Albums, von dem der Musiker selbst Angst hatte, wie er sagt? Völlig unbefangen die Kopfhörer auf und los.

Es sind bereits die ersten Sekunden des Openers “Broken Shoulder” die ganz klar die Professionalität im Umgang mit Klängen und Effekten unterstreichen. Kleine und nahezu unbemerkt bleibende Impulse wecken auf. Das Gehör wird mit Stereofonie getäuscht und schafft den glasklaren Synths einen ungeahnten Raum. Janosch Moldau hantiert mit vielen Effekten, überfordert aber den Hörer nicht durch Übermaß. Klingt der eine Song noch sehr harmonisch und schlichtweg gutmütig, ändert sich das durchaus im nächsten Lied durch den Einsatz schrammelnder Tiefen. Und doch platziert er gerne Effekte so, dass sie auf Anhieb deplatziert wirken. Man denkt sich: “Hä? Was war das jetzt? Laserpistole?” und erkennt dann wenige Sekunden später, dass der Synthsizer gerade um Aufmerksamkeit bat und den Auftakt zu einem klanglichen Gefecht zwischen Gesang und Musik schaffte.

Mittendrin die melancholische und nie laute Gesangsstimme. Sie klingt zumeist zerbrechlich, verletzlich und doch irgendwie voller Kraft. In Embrace Me kämpft der Sänger gegen die Musik an, verliert sich manchmal ein wenig und tritt in den Hintergrund. Bei jedem anderen würde ich hier ein verbesserungswürdiges Mastering mutmaßen. Nicht so bei Janosch Moldau. Er weiß ganz genau, was er tut und zeigt mit diesem Fingerspitzengefühl durchaus Größe, wenn er den Gesang für kurze Zeit in die zweite Reihe schickt. Auch ein Trick, den das Mastermind gerne in seinen Songs anwendet und seinen Liedern eine beachtliche räumliche Größe schafft.

Die Musik von Janosch Moldau ist in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll. Wer die seichte Berieselung wünscht, kann seine Songs sicher “mal so nebenbei” hören, wird sie dann aber nie in Gänze erleben. Am ehesten könnte man “Host” mit einem Puzzle vergleichen. Man wird sicher immer wieder einige Puzzleteile öfter im Auge haben, aber nur alle zusammen ergeben das in sich stimmige Gesamtwerk.

Fazit

Zehn Lieder verteilen sich auf 41 Minuten Laufzeit des Albums Host. Zehn Lieder in denen Sounds und Effekte für sicherlich ein Vielfaches an Songs stecken. Und doch ist es Janosch Moldau (wieder) gelungen Musik zu schaffen, auf die man sich einlassen muss, will man sie verstehen. Damit fordert er fast schon hinterlistig die Aufmerksamkeit seines Publikums ein. Aber gut, diemal mag ich Hinterlist, denn sonst hätte ich wirklich etwas verpasst. Warum der Musiker Angst vor dem Album hat(te), erklärt sich mir nicht. Würde ich Punkte vergeben, wäre es die volle Punktzahl.

Mit Host ist die elektronische Musikwelt um eine höchst beachtenswerte Scheibe reicher. Das Album erscheint am 22. November 2019.

Am 05. November 2019 stellt Janosch Moldau sein Album in einem Interview auf dem Webradio “RockPopWelle” vor. Los geht es um 21:30 Uhr. Link zum Player

Hier könnt Ihr schon einmal das Video zu Broken Shoulder sehen. Einfach auf Erlauben klicken!

Tracklist

Janosch Moldau Host Cover01 Broken Shoulder
02 Simon Of Cyrene
03 Embrace Me
04 Emotionally
05 Sacred Love
06 Sense For God
07 Host
08 Angel Of Hope
09 He Wants Me To Repent
10 Abel

Line-Up

Janosch Moldau

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Label

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Quellen

Bildmaterial: Promokit
Flamingo Relations
Josephine Leopold
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Das Promokit wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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