NORDN im Interview

Am 25. Oktober veröffentlichen NORDN ihre EP “Sorry”, deren Titeltrack bereits als Single auf vielen Radios zu hören ist. Mehr als Grund genug, mal die Band hinter dem sozialkritischen Texten zu betrachten. Wir freuen uns, Euch nun das Interview zum Besten geben zu dürfen.

Erst mal ein gepflegtes „Moin Moin“ zu Euch nach Hamburg. Ihr bezeichnet Euch selbst als Geschichtenerzähler. Was sind das für Geschichten, die sich dann in Euren Liedern wiederfinden?

Das sind all die Dinge, die wir täglich als alte Männer über 30 mit erstem Bauchansatz erleben. Nein, Spaß Beiseite. Wir leben in einer unfassbaren spannenden Zeit, die uns gleichzeitig aber auch irgendwie Angst macht. Wir erzählen, wie wir sie erleben, was uns beschäftigt, was wir feiern. Aber auch was uns ankotzt. Und zwar so, dass jeder was damit anfangen kann und sich selbst in unseren Songs wiederfindet.

Zusammen mit Disarstar habt Ihr den Song „Sorry“ veröffentlicht. Eine Abrechnung mit der ewigen Suche nach einem Schuldigen, weil irgendeiner ja immer schuld sein muss?

Absolut. Aber viel mehr die Erkenntnis, dass wir uns alle jeden Tag die Hände schmutzig machen und es dabei auch noch wissen, dass wir alle mitschuldig sind. Es geht um diese Attitüde, dass man im Zweifel sich ja für alles entschuldigen kann, ohne was an seinem Verhalten zu ändern. Das Wort „Sorry“ ist für uns das Synonym dafür, weil’s einem verdammt leicht von den Lippen abgeht.

Eure Texte erscheinen mir sehr der Gesellschaftskritik verschrieben. Eine Thematik, an der man sich trefflich gut die Finger verbrennen, oder aber auch eindrucksvoll auf sich aufmerksam machen kann. Warum ist Euch diese Form der Kritik so wichtig ?

Rockmusik, mit all ihren Facetten war historisch gesehen eigentlich immer ein Ausdruck von Rebellion. Heute setzen wir Rockmusik gefühlt mit angepasster Radiomucke gleich. Deshalb hören das ja auch immer weniger Leute. Oder die falschen. Wir wollen diesen rebellischen Aspekt wieder zurück in den Fokus rücken und vor allem Musik machen, die relevant ist. Mit Themen die uns alle angehen. Gerade in Zeiten, in denen Bands wie Frei.Wild Arenen füllen, ist es unserer Meinung nach unfassbar wichtig, Stellung zu beziehen und gewissen Leuten die Stirn zu bieten.

Am 25. Oktober schickt Ihr Eure EP Sorry in die weite Welt hinaus. Wieviele Songs werden drauf sein und mit welchen drei Worten lässt sich die EP am besten beschreiben?

Auf der EP werden 6 Songs sein. Und in drei Worten würden wir sagen: In die Fresse.

Ihr ward in der Vergangenheit unter anderem Band des Monats beim Emergenza Festival, habt knappe viertausend Likes auf Facebook und eine treue Fandgemeinde. Durch die Zusammenarbeit mit Disastar stehen weitere knapp 60.000 Fans in greifbarer Nähe. Auf Euch aufmerksam zu machen, liegt Euch also gut. Was sind denn so die nächsten Meilensteine, die erreicht werden sollen?

Wir würden super gerne auf noch größeren Festivals spielen und zum richtigen Zeitpunkt eine erste eigene Tour machen. Auch könnten wir uns weitere Kollaborationen mit anderen Künstlern gut vorstellen.

Für ENGST aus Berlin macht Ihr den Support-Act auf deren Flächenbrand-Tour, bei der die erste Location bereits ausverkauft ist und bei anderen Stationen die Tickets auch schon knapp werden. Wie kam es zum Support, woher kennt Ihr Euch?

ENGST und wir kommen aus demselben Umfeld. Netterweise haben sie uns schon zu einem relativen frühen Zeitpunkt angefragt, bevor wir uns das erste Mal gesehen haben. Als wir mit „Deine Cousine“ auf Tour waren haben wir uns dann das erste Mal persönlich kennengelernt und danach auch schon 1-2 Shows zusammen gespielt. Musikalisch passt das gut zusammen. Und wir verstehen uns auch auf persönlicher Ebene super. Da lag das natürlich nahe.

Was kommt nach der EP-Veröffentlichung und der Tour? Habt Ihr schon Pläne, oder gar schon etwas in Arbeit?

Wir wollen nächstes Jahr unser Debüt-Album herausbringen und damit ordentlich auf die Kacke hauen. Sprich: Auf Tour gehen, viele Festivals spielen und dabei ne gute Zeit haben.

Ihr Lieben, ich danke Euch recht herzlich für dieses kurze Interview und wünsche Euch rappelvolle Hallen und viel Spaß mit ENGST auf der Tour.

 

 

 

Bild: Facebook-Bandpage