Reingehört: “Manege frei” von TiefRot

Großer Zirkus? Manege frei für Tiefrot´s zweite Scheibe

Die Band

Vor einem Jahr machten die langerfahrenen Musiker Becky Gaber und Wieland Hofmeister bereits mit dem Debüt-Album Blutmond eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Laut, textlich geradeaus und ungeschönt, musikalisch unangepasst und keiner Schublade wirklich zugehörig preschten, sie ungestüm in die dunkle Musikszene. Schon bei der Veröffentlichung ihres ersten Albums erzählten TiefRot im Interview von reichlich Material für den Nachfolger, der nun auf meinen Prüfstand kommt. Also Manege frei für ein weiteres Exemplar aus dem Bereich Gothic Rock / NDH.

Das Album

Bereits im ersten Lied fällt auf, dass TiefRot noch eine ordentliche Schippe obendrauf gelegt haben. Sie klingen jetzt noch härter, sind noch gitarrenlastiger und entführen in ein musikalisches Gefühlschaos. Eben noch zarte, zerbrechliche Klavier-Klänge säuselnd, prasseln zum Teil power-metallisch anmutende Drums und Gitarrenriffs in die Ohren. Aufwachen lieber Zuhörer, hier macht Musik auf sich aufmerksam und will unbedingt gehört werden!

Die Vocals werden gerne mit Farblosigkeit abgewandelt, kontrastierend mit dem klaren, kraftvollen Gesang von Becky Gaber. Immer wieder erwecken TiefRot so den Eindruck, man wäre tatsächlich Gast einer Vorführung.

Im Blutmond konnte man noch den Eindruck gewinnen, TiefRot experimentieren noch, wissen noch nicht so ganz, wohin die musikalische Reise gehen soll. So erschien der eine oder andere Song etwas poppig und gefällig. In Manege frei soll das jetzt anders sein. Dieses Gefällige ist nahezu nicht mehr vorhanden. TiefRot wollen nicht gefallen, sie wollen anecken, anders sein, den Finger in die Wunde legen. Ganz wie Berthold Brecht, dessen Zeilen die Band in Die Moritat von Mackie Messer neu interpretiert hat.

Fazit

Ich habe es bereits geahnt: TiefRot zeigten bisher noch nicht alles an Flexibilität und Facettenreichtum. Sie haben noch einmal nachgelegt und müssen spätestens jetzt auch vom letzten dunklen Skeptiker ernst genommen werden. Manege frei ist noch lauter, noch direkter, noch authentischer, ist noch mehr TiefRot. Fiese Growls, hochemotionaler Gesang und garstige Gitarrenriffs summieren sich in Verbindung mit tiefgründigen Texten zu einem absolut stimmigen Gesamtpaket mit 68 Minuten Speilzeit, welches ich Euch echt ans Herz legen kann.

Dieses sehr empfehlenswerte Album wird am 25. Oktober 2019 veröffentlicht.

Tracklist

TiefRot Mackie Messer01 Manege frei
02 1000 Tode lang
03 Die Moritat von Mackie Messer
04 Goldener Käfig
05 Wer wirft den ersten Stein
06 Schattenspiel
07 Ich seh´ Dich
08 Grau
09 Kein Blick zurück
10 Lüg´ mich an
11 Reglos
12 Bittersüss und Tränenschwer
13 (Der letzte Vorhang fällt) Für immer und ewig
14 Spieglein Spieglein
15 Schweig! Das Tanzbodenlied

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Line-Up

Becky Gaber – Vocals
Wieland Hofmeister – Gitarre und Keyboard
Vito Papotto – Gitarre
Markus Cenzia – Drums
Eike Hendrix Nehen – Bass

Die Band im Web

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Label

STF-Records
Inh. Gary Nagy
Weberstedter Str. 4 – 6
99947 Mülverstedt
Offizielle Homepage
Email: stf@stf-records.de

Quellen

Pressemeldung
STF-Records
Inh. Gary Nagy
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Bildmaterial: Facebook-Bandpage

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