Dabei gewesen: e-bit im MAZE: der inoffizielle Headliner

Wenn die letzte Band (mal wieder) den Laden rockt, ist es vermutlich e-bit

Ein spätsommerlicher Abend auf einem Kreuzberger Hinterhof lud Freunde der elektronischen Musik in den Club MAZE ein. Geladen hatte die südenglische Band LegPuppy, die derzeit durch Deutschand tourt. Mit im Gepäck auch die Bands Nature Of Wires und The Pink Diamond Revue. Als lokalen Act haben sich die Briten die Electro-Band e-bit auserkoren, mit denen sie bereits in London die Bühne teilten. Wie sich später heraus stellte, eine mehr als richtige Entscheidung.

Nature Of WiresVorneweg: ich will nicht mosern, da ich zu diesem Event eingeladen wurde. Aber wenn eine Show für 19:00 Uhr angekündigt wird, so wirkt eine um 19:30 noch verschlossene Club-Tür ein wenig befremdlich. Die Bands machten den Entry selbst und es wurde deutlich, hier wird es familiär zugehen.

Nun gut, um 19:45 erklomm die stattliche Charmanz der Sängerin Sarah Bouchier (Lady B) zusammen mit ihrer Band Nature Of Wires die Bühne. Eine halbe Stunde durchaus hörbarer synthetischer Pop und Darkwave versuchten dem leider sehr überschaubaren Publikum einzuheizen. Aber mehr als ein verhaltenes Schunkeln kam dann doch nicht bei herum. Wermutstropfen on top: es scheint, dass nicht alles live gesungen wurde, denn zwei verpatzte Einsätze haben das Playback der ersten Stimme entlarvt. Und das, wo Lady B sich wirklich hören lassen kann. Schade.

The Pink Diamond RevueAls nächstes brachten sich The Pink Diamond Revue in Stellung. Eine halbe Stunde mit Sampels vollgepackter Psychedelic in nahezu ohrenbetäubender Lautstärke prasselten auf das Publikum ein und sorgten ob des sehr eigenwilligen Stils für einige verwirrte Blicke. Beim ersten Song überlegte man noch, ob das ein satirischer Gitarrenschlag zum Einheizen sein soll, aber die folgenden Songs sorgten dann für Klarheit. Nein, das ist wirklich der Stil der Briten Tim und Rob. Den beiden gelang es allerdings auch, die Besucher in Kontakt kommen zu lassen, so sie sich nicht schon vorher kannten. Es wurde über die Musik diskutiert und zeigte, dass das, was für meine Ohren Geschrammel ist, durchaus von anderen sehr geschätzt und gemocht wird. Ein Hoch auf die unterschiedlichen Geschmäcker.

Als LegpPuppy auf die Bühne kamen, wurden ersteinmal blinkende LED-Masken von der Band aufgezogen. Die vor Gesellschaftskritik strotzenden Songs postunkiger Natur hämmern mit infernalen LegpuppyBässen in die Ohren. Der Gesang ging in der Abstimmung leider ein Stück weit verloren, was aber durchaus auch gewollt gewesen sein konntee, handelte es sich doch hauptsächlich um ewige wiederholte Phrasen. Während Gitarrist und Sanger auf der Bühne hart arbeiteten, zog ein anderes Bandmitglied stoisch auf das Handy blickend durch das Publikum. Die Message dahinter ist klar: lasst das Handy in Ruhe und genießt das Konzert. Das Beste zum Schluss: der Song “Selfie Stick Narcissistic Prick“, welcher sich hart und unbarmherzig gegen den Selfie-Wahn stellt.

Während bis hier der Bereich vor der Bühne stets nur leidlich gefüllt war, rückten die Besucher beim Betreten der Berliner Synthpop-Matadore Anika und Sigma von e-bit deutlich an die Bühne heran. Die von zahlreichen Gästen getragenen e-bit-Shirts suggerierten den ganzen Abend schon, dass dieses Event ohne deren Fans mehr Bandprobe, als Konzert gewesen wäre. Mir scheint es nicht vermessen zu schätzen, dass lockere 90% der Anwesenden wegen e-bit ins MAZE kamen.

e-bitUnd sie wurden reich beschenkt. Vom ersten Song an gaben Anika und Sigma alles, der Schweiß lief trotz der recht frischen Raumtemperatur wohl verdient. Neben dem Alltime-Klassiker “Better”, sorgten auch “Overfreeze“, “So Lightly” und das neue, mit Gary Barnacle aufgenommene Werk “Hard Times” für reichlich Tempo und vor allem gute Stimmung.  Selbst wenn der Laden nicht so gut gefüllt war, haben e-bit alles gegeben und das hohe Niveau an Klang und Performance waren der Dank an die Fans, im Maze einzukehren. Am Ende gab es noch einen brandneuen Song zu hören: “How Does It Feel Like”.
Kleine Randnotiz: bei der “Currywurst danach” kündigten e-bit die Veröffentlichung einer neuen Single im November an.

Alles in allem war es ein interessanter Abend in einem sehr urigen, gemütlichen Club, solange man dort nicht auf´s Klos muss. Klänge die mein Ohr verwirrten, standen Musikern entgegen, mit deren Stil ich durchaus sehr viel Spaß hatte.

Quellen:

Alle Bilder: Dirk Busse (Musiktelegraf)

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