Review: „Spukhaus“ von Nachtgreif

Dark-Rock aus Kaiserslautern – Nachtgreif schicken Ihr „Spukhaus“ ins Rennen

Die Band

Nachdem Arndt Hebel und Thorsten Fries sich schon gut 30 Jahre kannten und in verschiedenen Bands aktiv waren, schufen sie die Band Nachtgreif. Ihre Musik beschreibt die Band selbst als „melodischen Metal mit Gothic-Touch und tiefsinnigen deutschen Texten“. Die tiefe und zugleich warme Stimme des Sängers gibt den Nachtgreif-Songs einen herausstechenden Wiedererkennungseffekt. Man hört es einfach sofort heraus, wenn Thorsten Fries die Stimme erhebt.

Das Album

Spukhaus ist das nunmehr dritte Album der Kaiserslauterner Band. Während das Debüt mir Unter Strom (2014) von den Musikern selbst als recht Metal lastig bezeichnet wird, ging Dunkle Materie (2017) schon mehr in den angepassteren, eher rockigen Sphären auf.

Diesem Einschlag bleiben Nachtgreif mit Spukhaus jetzt treu, legen aber ein wenig mehr Härte in die Songs und geizen nicht mit fetten Gitarrenriffs. Auffallend ist der bessere Flow der Lieder. Gab es 2017 noch durchaus die eine oder andere „eckige“ Passage, klingt das Album jetzt deutlich runder, flüssiger, ausgewogener. Setzen Nachtgreif Effekte in den Songs ein, so sind sie stets perfekt platziert und kommen gut zur Geltung.

Auch thematisch bleiben Arndt und Thorsten ihrer Linie weiter treu. Die Texte behandeln vor allem aktuelle Themen, allerdings immer metaphorisch verpackt. Aber auch eine barock anmutende, balladeske Liebeseerklärung namens Eisige Schönheit findet sich und hebt sich deutlich vom Rest des Albums ab, ohne jedoch schmalzig oder gar fehlplatziert zu klingen. Im Gegenteil, ist dieses Lied doch neben Verwunschen einer meiner Favoriten auf Spukhaus.

Fazit

Das dritte und komplett in deutsch gehaltene Spukhaus beweist einmal mehr, wie vielseitig der Bereich des Gothic doch sein kann. Die Mischung von harten Gitarrenriffs aus der Metalschmiede mit melancholischem Gesang und eletronischer Musik funktioniert gut. In den Texten findet man sich schnell wieder und ja… sie regen durchaus zum Nachdenken an, ohne aber anzuklagen bzw. gar zu verurteilen. Die anderthalb Jahre seit Dunkle Materie haben Nachtgreif gut genutzt um ein beachtliches Album zu erschaffen, dass unbedingt gehört werden sollte.

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Dirk Busse führte mit der Band ein Interview, in dem natürlich auch das Album vorgestellt wurde:

Tracklist

Spukhaus01 Reanimiert
02 Mann im Mond
03 Durch die Wand
04 Spukhaus
05 Im Verborgenen
06 Herbstblut
07 Deja Vu
08 Verwunschen
09 Im finstren Wald
10 Eisige Schönheit

Line-Up

Thorsten Fries – Gesang, Gitarren, Bass, Chorgesang & Keyboards
Arndt Hebel – Schlagzeug & Percussion

Die Band im Web

https://www.facebook.com/Nachtgreif/

Quellen

Bildmaterial: Promo-Kit (kostenlos physisch zur Verfügung gestellt)