Debüt-Album im 8bit-Style – Retrojunkies

Die Retrojunkies präsentieren „Neuland 1.0“

Die Band

Eine junge Frau und ein ebenso junger Mann gehen auf ein Konzert von Joachim Witt, nicht ahnend, was sich daraus entwickeln wird. Sie sehen einander an, sie sprechen miteinander und verlassen am Ende das Konzert mit der fixen Idee für eine gemeinsame Zukuft. Klingt wie eine Liebesgeschichte, aber genau DAS ist es nicht. Leni und der 8Bitjunkie lieben die Musik der 80er Jahre und auch die Computer- und Konsolenspiele dieser Zeit. Und sie beschlossen all dies fortan in ihre Musik einfließen zu lassen; sie gründen die Band Retrojunkies.

Ideen haben die beiden mehr als genug und sie sind sich auch der Macht der Musik bewusst, das Leben beeinflussen zu können.

Das Album
Leni 8bitjunkie
Quelle: Facebook-Bandpage

Auf Neuland 1.0 finden sich elf Songs, die einen tatsächlich sofort an die guten alten 80er Jahre erinnern. Gleich das erste Lied Alternate Reality kommt mit einer tollen Hookline in die Ohren geschossen. Was auffällt ist der raue Sprechgesang des 8Bitjunkie, denn so ehrlich muss man sein: singen hat keiner der beiden gelernt. Und doch klingt das richtig gut und passt sich gut in die Songs ein. Positiv überrascht aber auch Leni, die mit Ihrer Stimme wirklich schöne Akzente setzt.

Thematisch fügen sich die Songs in die Riege der Gesellschaftskritik ein. Aber auch eher abstrakte Themen kommen nicht zu kurz, wie z. B. in Dein Schmerz macht mich frei. Hier wird aus der Sicht eines Psychopathen erzählt, während The Cutting Edge die Wahl zwischen Ritzen und Suizid offenbart.

Spannend finde ich, dass die Retrojunkies mit Major Tom (immer schweben) einen Hit-Giganten der 80er Jahre angepackt haben. Nur, dass der Song dort ansetzt, wo das Original aufhört. Major Tom erzählt in dieser schwermütigen Ballade von seinem Irrflug durch das All auf der Suche nach dem Licht…..

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Fazit

Inhaltlich ist das Album schon echt harter Tobak, wird aber durch die – für ein Debüt – erstaunlich ausgewogene Musik sehr leicht verdaulich serviert. Während sich der 8bitjunkie dem Sprechgesang verschworen hat, hat mich Leni tatsächlich überrascht. Meines Wissens ohne Gesangsausbildung oder ähnlicher Vergangenheit überzeugt sie gesanglich, wie z.B. in Major Tom sehr schön zu hören ist.

Die Texte erscheinen gut durchdacht und man merkt, dass die beiden sich in diesen zum Teil abstrakten Rollen zuhause fühlen.

Die Wertung dieses Albums fällt mir schwer. Es ist ein durchaus bemerkenswertes Debüt-Album mit ganz viel Herzblut, aber letztlich kommt der Großteil aus den Maschinen. Das Endprodukt – das Album Neuland 1.0 – ist dann aber am Ende stimmig und macht echt Spaß beim Hören und verleitet echt zum Tanzen. Eingängige Hooks finden sich genau so wie Remixe von szenebekannten Gastmusikern …. also an sich passt alles.

Vom Musiktelegrafen gibt es tiefgestapelte 3,5 von 5 Punkten. Vor dem Hintergrund, dass wir es hier mit einem Erstling zu tun haben und handwerklich noch Luft nach oben ist.

Neuland 1.0 erscheint am 15.09.2018.

Tracklist

Neuland01 Alternate Reality
02 Das Leben will Dich nicht feat. Jane Overnight (aka Mo Stienen, Egoamp)
03 Herz aus Chrom
04 The Cutting Edge
05 We Are Free feat Asmodi Caligari (aka Frank Stienen,Egoamp)
06 Tanz den Atari
07 Dein Schmerz macht mich frei
08 We Are The Retronauts
09 Mein Herz ist Gift für Dich
10 Folge Deinem Herzen (feat. Jane Overnight (aka Mo Stienen, Egoamp)
11 Major Tom (immer schweben)

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Remixe
12 Mein Herz ist Gift für Dich (Minor Einer)
13 We Are The Retronauts (ES23)
14 Dein Schmerz macht mich frei (Poison 6502)
15 Tanz den Atari (Lvx Aeterna)
16 The Cuttings Edge (Massiv in Mensch)
17 Herz aus Chrom (Desastroes)

Line-Up

Leni und der 8Bitjunkie

Die Band im Web

https://www.retrojunkies.de/
https://www.facebook.com/RetrojunkiesBand/
www.youtube.de/retrojunkiesband

Hier gibt es das Interview von Dirk Busse mit den Retrojunkies zu hören:

Quellen

Pressekit
Bilder: Facebook-Bandpage